Kein statistischer Nachweis für Corona-Epidemie – Infiziertenzahlen primär von Testanzahl abhängig, Sterberate von Probennahme

In dieser Reihe betrachte ich die Entwicklung der Coronainfektionen anhand der Datenlage aus den USA (Quelle: covidtracking.com). Dabei soll geprüpft werden, ob man Anzeichen einer exponentiellen Entwicklung sieht (wie von der Bundesregierung angenommen) oder ob die Annahme von Herrn Dr. Wodarg stimmt, der annimmt, dass „die Anzahl der Coronainfizierten nur wegen der Anzahl der Tests zunimmt“.
Des weiteren soll betrachtet werden, wie sich die Sterberate bei zunehmender Anzahl von bestätigten Infizierten entwickelt, inwieweit also die Sterberate in der USA in Folge einer hohen Dunkelziffer an Infizierten überhöht ist. Die vollständige Diskussion finden sie in meinem letzten Artikel: (ttps://coronadaten.wordpress.com/2020/03/20/corona-epidemie-daten-keine-fakten/


Bevor ich zum eigentlichen Thema kommen möchten ich, unabhängig von der wissenschaftlichen Einschätzung, dazu aufrufen, die Empfehlungen der Bundesregierung und der Landesregierungen konsequent umzusetzen. Ich will nur einen Beitrag dazu leisten, ein besseres Lagebild zu zeichnen und es so der Allgemeinheit und der Politik ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen.

Nun zur Kernthese von Herr Dr. Wodarg:
„Die Anzahl der Coronainfizierten steigt nur wegen der erhöhten Anzahl an Tests.“ Diese will ich anhand der Bundesstaaten New York und Washington betrachten (Zahlen vom 24.03.):

In der Abb 1. ist die kumulative Anzahl der durchgeführten Tests (orange) und die Anzahl der positiven Tests (blau) aufgeführt. Der zeitliche Bereich beim Staat Washington ist größer. Dies liegt daran, dass der Datensatz von New York keine tägliche Änderung für die Anzahl der negativen Tests vor dem 17.03. ausweist. In beiden Graphen beobachtet man von Anfang an einen Anstieg der Anzahl an Tests.

Entsprechendes zeigt Abb. 2 die tägliche Anzahl der durchgeführten Tests. In Washington liegt die Anzahl der täglichen Tests seit den 13.03. zwischen 1500 und 4000, schwankt also etwas mehr als um einen Faktor 2. In New York wurden am 17.03. noch weniger als 2000 Tests durchgeführt. Am 28.03. steig die Anzahl auf ca. 8000 an und liegt seit dem zwischen 8000 und 17000. Washington testet also länger mit einer gleichmäßig hohen Rate.

In den Abbildungen sieht man einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Infiziertenzahl und der Anzahl an Tests. Je mehr Tests, desto mehr Infizierte.

In Abb. 3 sieht man die man den Anteil der Infizierten pro Test. Die blauen Kurven sind kumulativ, die orangenen Kurven täglich. Es fallen 2 Dinge unverzüglich auf.
– Der Anteil an Infizierten in New York ist deutlich höher. Der kumulative Wert liegt zuletzt etwa um einen Faktor 5 höher als in Washington. Dies ließe sich zwar damit erklären, dass wegen der höheren Bevölerungsdichte eine leichtere Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus stattfindet, allerdings ist die Gesamtanzahl an Toten pro Kopf in etwa gleich (WA: 110 Tote auf ca. 7 Mio EW, NY: 210 Tote auf 20 Mio EW; Anmerkung: tägliche Schwankung sehr hoch, daher würde ich hier keinen genaueren Vergleich ziehen). Daher deutet sich an, dass die Unterschiede der Infiziertenrate messungsbedingt sind.
Des weiteren sieht man in New York eine Verdoppelung der Infiziertenrate innerhalb der letzten Woche, während dieser Wert in Washington nahezu konstant geblieben ist.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die absoluten Werte der Infiziertenraten wenig vergleichbar erscheinen. Ein Anstieg der Infektionszahlen in New York erscheint möglich, allerdings werden die Infiziertenzahlen vor allem von der Anzahl der Tests dominiert. Während die Infiziertenzahlen um einen Faktor von 10 gestiegen sind, nahm der Infiziertenanteil um 20-70 % zu (Abschätzung schwierig, da hohe Schwankungen)

Entwicklung der Sterberate

Zuletzt ist die Letalität zu betrachten. Wie tödlich ist das Virus. Aktuell versucht man dies durch das Verhältnis von Toten zu Infizierten abzuschätzen. Dies ist natürlich in vielerlei Hinsicht unzureichend. Weder weiß man, wie viele der Infizierten noch sterben werden, noch weiß man, wie viele Menschen infiziert sind. Die Dunkelziffer hier dürfte in Folge der absolut unzureichend Anzahl an Tests und der nicht statistischen Probennahme extrem hoch sein. Sie könnte mehrere Größenordnungen betragen.

Abb. 4
Abb. 5

In Abb. 4 und Abb. 5 sind die Sterberaten New Yorks und Washingtons aufgeführt. Blau kumulativ und orange täglich. Die Sterberaten in Washington sind fast 10 mal höher als in New York. Dies zeigt, dass diese Messung wenig geeignet sind die Sterberaten verlässlich zu bestimmen, und sehr stark vom Fehler bei den Infiziertenraten abhängen. Wegen der ähnlichen Absolutzahlen sind ähnliche Sterberaten wahrscheinlich.

Der Grund für die höheren Zahlen in New York im vergleich Zu Washington kann vielfältig sein:
– unterschiedliche Probennahme
– zu niedrige Empfindlichkeit der Tests in Washington
– falsch positive Tests in New York.
Ich werte nur Zahlen aus, und bin daher nicht in der Lage den Grund abzuschätzen.

Des weiteren fällt auf, dass an einigen Tagen keine, oder fast keine Toten gemeldet werden, was immer gefolgt ist mit einem massiven Anstieg der Sterbezahlen. Dies deutet auf ein nicht tägliches Berichtwesen in Hinsicht der Toten hin.

Einfluss New York

New York ist das Schwergewicht bei der US-Statistik. Bei ca. 6 % der Einwohnerzahl kommen ca. 25 % der Tests aus New York. Die US-Entwicklung in Hinsicht der gemessenen Sterblichkeit und der Gesamtzahlen hängt sehr stark am Testaufkommen New Yorks und daher sind die Zahlen zusätzlich mit Vorsicht zu genießen.

Zusammenfassung

  • Das Verhältnis zwischen bestätigt Infizierten und Tests in den USA steigt nur leicht, der Anstieg der Fallzahlen liegt vor allem an der steigenden Anzahl von Tests. Dies ist anscheinend vor allem auf die Zahlen aus New York zurückzuführen. Dies kann auf einen extrem langsamen exponentiellen Anstieg oder auf Messtechnische Gründe zurückgeführt werden. Washington zeigt keinen Anstieg bei der Infektionsrate. Die Aussage von Herrn Wodarg wird durch diese Beobachtung gestützt, ein exponentieller Anstieg der Infiziertenzahlen ist zunehmend fraglich.
  • Die Sterberate von nachweislich mit SARS-CoV-2 Infizierten ist effektiv nichts anderes als eine Hausnummer. Unterschiede der Sterberate um einen Faktor von 10 zwischen Washington und New York deuten auf massive Unterschiede bei der Probennahme und den Messungen hin und wecken zunehmend Zweifel an der wissenschaftlichen Belastbarkeit der Daten.
  • Vor allem Zeigt diese Analyse, dass das Vorgehen beim Testen primär diagnostischen und therapeutischen Zwecken dient, und daher wissenschaftlich nur bedingt nutzbar ist. Dies war definitiv zuletzt richtig, da das Retten von Menschenleben Vorrang hat. Nur ist in Folge der zunehmenden Testkapazitäten es zunehmend geboten, auch wissenschaftlich verwertbare Daten zu generieren. Eine statistische Feldstudie wäre in der Lage mit wenigen zehntausenden Tests ein genaues Lagebild zu zeichnen, dass eine gezieltere Politik zur Beendigung dieser Krise ermöglichen würde.

Ich wiederhole den Aufruf, den Anweisungen der Regierung zu folgen und ruhig zu bleiben. Aktuell besteht kein Grund zur Panik, und wenn wir diese vermeiden, dann werden wir auch unbeschadet durch diese Krise kommen.

Ich plane die Zahlen täglich zu aktualisieren, um maximale Transparenz in Hinsicht der Situation zu ermöglichen. Wenn sie weiterhin über die Entwicklung informiert werden möchten, dann liken und abbonieren diesen Blog oder meine Facebookseite „Coronadaten“.

Veröffentlicht von doktorcorona

Impressum ist unter Beiträge zu finden

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