Wissenschaftliche Studie: Erbkrankheit (G6PD-Mangel) verstärkt Coronavirusinfektion

Professor Daniel Tsun-Yee Chiu, ein Hämatologe der Chang Gung Universität in Taoyuan, Taiwan, untersuchte Ende der 2000er Jahre die Anfälligkeit von Zellen mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel gegenüber humanpathogen Coronaviren (hier 229 E).
Vorneweg: G6PD ist ein Enzym, welches Glucose-6-Phosphat unter Bildung von NADPH (Nicotinamidadenindinukleotidphosphat) umwandelt. NADPH wiederum ist ein Koenzym, welches dem Körper als Reduktionsmittel (Chemie: Redox-Reaktionen) dient. Eine der Aufgaben ist es, oxidierende Species, die im Körper Schaden anrichten können, abzufangen.
Dementsprechend führt ein G6DP-Mangel auch zu einem NADPH-Mangel, der problematisch werden kann, wenn sich verstärkt oxidierende Stoffe im Organismus befinden, und Zellen können unter oxidativen Stress geraten.

In dem Artikel „Glucose-6-Phosphate Dehydrogenase Deficiency Enhances Human Coronavirus 229E Infection„, den ich hier hervorheben möchte (Yi-Hsuan Wu et al, The Journal of Infectious Diseases, Volume 197, Issue 6, 15 March 2008, Pages 812–816; https://academic.oup.com/jid/article/197/6/812/919467), führt Tsun-Yee Chiu aus, dass das Redox-Verhalten von Zellen entscheidend für ihre Funktion ist. Z.B. beeinflusst das Redox-Verhalten die Proliferation (Vermehrung) von Viren und ihre Virulenz (krankmachende Wirkung). Dementsprechend wurde eine Laboruntersuchung in Hinsicht der Anfälligkeit von menschlichen Vorhaut G6PD-Mangel Fibroblasten (Zellen des Bindegewebes), Lungenkarzinomzellen bei denen ein G6PD-knockdown durchgeführt wurde (Genexpression wurde gesenkt – im Test ist das Gen im Anschluss weniger sichtbar) und Lungenfibrobastzellen, deren G6DP-Expression verstärkt wurde.

Zellen mit G6PD-Mangel zeigten eine höhere virale Genexpression
Die jeweiligen Zellen wurde Corona 229 E-Viren ausgesetzt. Zellen mit G6PD-Magel zeigten nach 8 Stunden eine etwa 10 mal höhere Genexpression als die Kontrollzellen. Des weiteren produzierten sie innerhalb der ersten 24 Stunden etwa 3 mal mehr virale Partikel (Viren) als die entsprechenden gesunden Zellen.
Im Gegensatz dazu zeigten Zellen, bei denen die Genexpression für G6PD gesteigert wurde, eine um bis zu einen Faktor 100 geringere virale Expression des Coronavirus.

Oxidativer Stress verursacht höhere Anfälligkeit gegenüber Coroavirus 229 E
Zuletzt wollten Wu et al. klären, ob wirklich der G6PD-Mangel, und damit der NADPH-Mangel zu oxidativem Stress führen, der die Anfälligkeit gegenüber dem Corona 229 E Virus erhöht. Dazu untersuchten sie die Anzahl der Oberflächenrezeptoren der Zellen, die für den viralen Angriff notwendig sind. Diese war bei den Zellen mit G6PD-Mangel und den normalen Zellen gleich. Somit dies als Grund für die erhöhte Anfälligkeit ausgeschlossen werden konnte.
In einem weiteren Experiment, wurden G6PD-knockdown-Zellen (Zellen, bei denen die G6PD-Expression künstlich gesenkt wurde) mit Antioxidationsmitteln (Mitteln die Oxidationsmittel behindern) behandelt, bevor sie Viren ausgesetzt wurden. Dabei wurde beobachtet, dass die virale Expression bei mit Antioxidationsmitteln behandelten Zellen geringer war.

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen G6PD-Magel und der Anfälligkeit gegenüber Coronavirus 229 E
Wu et al. zeigten, dass G6PD-Magel Zellen deutlich anfälliger gegenüber Coronavirus 229 E macht. Auch deuten ihre Ergebnisse, dass hierfür oxidativer Stress verantwortlich ist.

Bezug zu SARS-CoV-2
Ich muss hier zuerst anmerken, dass ich kein Mediziner bin, sondern Chemiker. Meine Interpretation folgt rein wissenschaftlicher Vorgehensweise, nicht medizinischem oder spezifischen Fachwissen. Trotzdem erscheint mir folgende Schlussfolgerung logisch:
Die Arbeit von Wu et al. eröffnet die Vermutung, dass G6PD-Mangel sowohl zu einer leichteren Infektion, als auch zu schwereren Krankheitsverlauf führen kann. Dies würde auch den unterschiedlich starke Auswirkung von SARS-CoV-2 auf verschiedene Länder und Ethnien innerhalb einiger Länder erklären. Speziell Länder, Regionen und Ethnien sind stark vom SARS-CoV-2 Virus betroffen, bei denen ein hoher Anteil der Individuen einen G6PD-Mangel aufweist.

Medizinische Relevanz
Sollten Menschen mit G6PD-Mangel verstärkt an COVID-19 Erkranken, dann ergäbe sich ein zusätzliches Problem. Viele Medikamente, u.a. einige Antibiotika und einige Virostatika verursachen oxidativen Stress, und könnten bei einem SARS-CoV-2 Erkrankten mit G6PD-Mangel einen Favismus auslösen. Ein vorliegender Favismus könnte die aktuell beobachteten Symptome schwerer COVID-19 teilweise erklären. Hierzu möchte ich auf eine Veröffentlichung von Albertsen et al. hinweisen, die einen tödlichen Krankheitsverlauf wegen G6PD wiedergibt, der tödlichen Krankheitsverläufen von COVID-19 stark ähnelt. Ich werde morgen diese Publikation besprechen:
Fatal haemolytic crisis with microvascular pulmonary obstruction mimicking a pulmonary embolism in a young African man with glucose-6-phosphate dehydrogenase deficiency“
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24713708





Ethnische Auswirkungen der COVID19-Pandemie

Es wurde sowohl im Vereinigten Königreich, als auch in den USA beobachtet, dass unter anderem ethnische Minderheiten wie Schwarze, Lateinamerikaner und Muslime dem Coronavirus zum Opfer fallen.

Des weiteren natürlich Männer. Ich glaube man sollte mal diese Fragen in einem Grundkurs Biologie in der 12 Jahrgangsstufe stellen:
Woran könnte das liegen?

Ich lasse das mal offen, und veranstalte heute mal ein kleines Ratespiel. Ein wenig Abwechslung in der Coronazeit ist ja gar nicht mal so schlecht. Die Antwort ist übrigens offensichtlich. Bitte die Kommentarfunktion nutzen.

Schrecklicher Verdacht – Ist es die COVID19 Therapie die tötet?

Dr Cameron Kyle-Sidell, ein New Yorker Arzt einer Intensivstation berichtete, dass viele der COVID19-Patienten ein ungewöhnliches Krankheitsbild aufwiesen. Anders als bei einer Pneumonie üblich, schien die Lunge in Ordnung gewesen zu sein, während die Patienten unter einer geringen Sauerstoffsättigung litten. Die üblichen Behandlungsempfehlungen, die darauf abzielen, dass die Patienten zwangsbeatmet werden, schienen weniger sinnvoll zu sein. Sinnvoller war es anscheinend, frühzeitig auf einen hohen Sauerstoffgehalt bei der Beatmung zu setzen.

Ich bin Chemiker, kein Arzt. Aber mir erscheint die Diagnose auch unlogisch. Funktioniert die Lunge, dann muss es einen anderen Zusammenhang geben. Und das deutet in meinen Augen auf eine Anämie.

Dr. Wolfgang Wodarg (https://www.wodarg.com/) wies in seinem Blog darauf hin, dass Chloroquin und Acetylsalicylsäure (hochdosiert) bei Menschen, mit einem Gendefekt der zu einem Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase Mangel führt (Favismus), eine Schädigung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) verursachen kann.

Dr. Wodargs Annahme führt zu dieser Interpretation: Die Therapie mit Chloroquin, möglicherweise hoch dosiert, kann dazu führen, dass es zu einer Schädigung der roten Blutkörperchen kommt, worauf diese immer weniger Sauerstoff aufnehmen können. Im Anschluss beobachtet man dann eine stark sinkende Sauerstoffsättigung, worauf dann eine Beatmung durchgeführt wird. Wie gesagt, ich bin Chemiker und ab jetzt spekulativ: Wenn die Beatmung wegen falscher Diagnose mit zu viel Druck durchgeführt wird, dann scheint es nachvollziehbar, dass dies zu Lungenschäden führt.

Gibt es weitere Hinweise, dass die Annahme von Dr. Wodarg stimmen könnte? Ja die gibt es. Favismus, der erwähnte Gendefekt, tritt vor allem in Malariagebieten auf. Also im Mittelmeeraum, Afrika, im Nahen Osten und Südostasien. Welche Gruppen und Länder erleiden die höchsten Opferzahlen wegen COVID19:
– Spanier
– Italiener
– Franzosen
– Schwarze
– Chinesen
– New York – hier vor allem Schwarze. Einige Stadtteile Manhattans werden übrigens als Little Italy bezeichnet.

Wie ich sagte – ein schrecklicher Verdacht, der leider sehr plausibel ist. Beim Bekämpfen von Krankheiten sollte vielleicht mehr Menschen mit klinischer Erfahrung Vertrauen schenken, als Virologen.

Corona – das Killervirus das kaum tötet? 30-80 mal mehr Dänen mit SARS-CoV-2 infiziert als bisher angenommen

Die Dänische Gesundheitsbehörde teilte mit, dass ein Antikörpertest bei 2.7 % von 1000 Blutkonserven, die zwischen dem 1.4. und 3.4. in der Hauptstadtregion gespendet wurden, einen positives Ergebnis aufwies. Bei einer Testsensitivität von 70 % folgerte man, dass etwa 3,5 % der Blutkonserven positiv sein müssten. Hochgerechnet auf die Hauptstadtregion wurde angenommen, dass 65.000 der Bewohner der Hauptstadtregion bis zum 26.03. mit SARS-CoV-2 Virus infiziert waren. Aus diesem Befund wurde gefolgert, dass 30-80 mal mehr Dänen mit SARS-CoV-2 infiziert infiziert sind, gleichbedeutend mit 150.000 bis 400.000 Infektionen.
Die Mortalitätsrate von COVID19 läge entsprechend dieser Angaben zwischen 0.07 %- 0.19 %. Zum Vergleich: Die monatliche Sterberate eines durchschnittlichen Dänen liegt um 0.08 %, also oberhalb der unteren Grenze für die Mortalität einer SARS-CoV-2 Infektion, also nicht bedeutend niedriger.

(Mortalitätsrate wurde anhand von 285 COVID19-Toten berechnet. Quelle: Worldometer, 13.04.)

Edit: Inhaltliche Präzisierung entsprechend des Berichts der dänischen Gesundheitsbehörde.

https://www.sst.dk/-/media/Udgivelser/2020/Corona/Status-og-strategi/COVID19_Status-6-uge.ashx?la=da&hash=6819E71BFEAAB5ACA55BD6161F38B75F1EB05999

https://www.thelocal.dk/20200408/danish-health-agency-says-400000-could-have-been-infected

COVID19 USA – Fake News in deutschen Medien

Es ist schon erschüttern zu hören, was die Medien über die USA berichten. Ein Land vor dem Abgrund, welches wegen seinem kaputten Gesundheitssystem und einem inkompetenten Präsidenten eine menschliche Katastrophe erleidet.

Dies ist faszinierend, während es dann wohl die gleichen Journalisten sind, die sich auch gerne über die geographische Unkenntnis der US-Amerikaner in Hinsicht Europas mokieren, zeigen eben diese Journalisten eine komplette Unkenntnis der Größe der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch der Hang zu absoluten Zahlen, die ein deutscher Qualitätsjournalist nicht schafft in Relation zu setzen, ist beeindruckend.

Die USA haben die meisten COVID19 Toten – bereits über 22000, und Deutschland nur knapp über 3000. Ein Beweis der Unfähigkeit der US Regierung? Dem entgegenzusetzen ist dann noch Lichtenstein. 1 Toter – die Regierung Lichtensteins muss anscheinend die Krise 3000 mal besser handhaben als die Bundesregierung. Dem ist natürlich nicht so – jedem ist klar, dass Lichtenstein deutlich weniger Einwohner hat als Deutschland hat, man die Zahlen in Relation setzen muss. USA haben ca. 320 Mio Einwohner, damit ca. 4 mal so viele wie Deutschland, und schon fällt auf, dass die USA weniger als doppelt so viele Todesopfer pro Kopf hat.

Tabell1. COVID19-Tote pro Millionen Einwohner 13.04.20 Quelle: Worldometer

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich ist, hat Deutschland pro Kopf 6 mal mehr COVID19-Tote als Polen, und die USA etwa doppelt so viele wie Deutschland. Vergleicht man dann die USA mit den weiteren einwohnerstarken EU-Staaten, dann sieht die Situation in den USA deutlich vergleichbarer als in Deutschland. Diese haben 2,5-6 mal so viele Todesopfer pro Kopf wie die USA zu beklagen.


Betrachtet man die USA weiter im Detail, dann stellt man fest, dass über die Hälfte der Todesopfer in New York (Bundesstaat) und New Jersey aufgetreten sind. New Jersey ist der Bundesstaat, der in seinem Norden an New York City angrenzt. Um dies deutlicher zu zu machen, der Hudson River trennt den Bundesstaat New Jersey und New York City. Das nordöstliche New Jersey ist wirtschaftlich eng verbunden mit New York City, und somit sind die hohen Zahlen in beiden Bundesstaaten als ein gemeinsames trauriges Ereignis anzusehen. Rechnet man diese Todesfälle heraus, dann liegen die USA und Deutschland bei den Todesopfern pro Millionen Einwohner etwa gleich auf. Somit sind die „Horrorzahlen aus Amerika“ kompletter Unsinn. In New York City findet eine Tragödie statt, nicht in den gesamten USA.

Der weitere Aspekt der Kritik der deutschem Medien richtet sich gegenüber Donald Trump, dem US Präsidenten. Dieser hätte viel zu spät gehandelt, und auch würde er erst seit kurzem auf die Experten hören:
– Am 29.01.2020 stellte Donald Trump die Coronavirus Task Force auf, die unter seiner Führung steht.
– Am 13.03.2020 Erklärte Donald Trump den nationalen Notstand.
Diese Ereignisse Fallen zusammen mit ähnlichen Handlungen der Bundesregierung, und somit müsste die gleiche Kritik die Bundesregierung treffen, was sie in den allerdings selten zu finden ist.

Ein weiterer Vorwurf gegenüber Trump ist es, dass der Shut Down von den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten beschlossen wurde, Trump also „wiedermal“ nicht gehandelt hat, weil er die Krise unterschätzt hat. Kleiner Hinweis hier – Angela Merkel hat den Shut Down in Deutschland auch nicht beschlossen . Es waren die Regierungen der einzelnen Bundesländer – hat Merkel deshalb die Coronakrise unterschätzt? Nein in föderalen Bundesrepubliken, wie es nunmal die USA und Deutschland sind, sind viele Dinge subsidiär geregelt, und unterliegen somit nicht den Entscheidungen des Bundes, sondern der Länder. Es verwundert schon, dass einige Journalisten anscheinend keine Ahnung haben, was Föderalismus ist.

Die Aufgabe von Journalisten, die sich selbst gerne als vierte Gewalt bezeichnen, ist es, auf Missstände hinzuweisen. Und wie es nun mal in einem Nationalstaat so ist, sind wir Deutschen vor allem von Misständen in Deutschland betroffen. Damit, besonders in einer Krise, ist es nicht Aufgabe der Medienvertreter eine Schmutzkampange gegen die Regierung eines befreundeten Landes zu führen. Dieses Verhalten ist besonders wegen des traurigen Anlasses absolut widerwärtig, und nur dafür geeignet, um über Misstände in Deutschland hinwegzutäuschen. Das Verhalten einiger Medienvertreter ist nicht nur falsch, sondern absolut selbstzerstörerisch für unser Land und für unsere Demokratie. Die Aufgabe der Medien ist es, unsere Regierung zu überwachen und, wenn notwendig, zu kritisieren.

Corona-Epidemie? Politische Sprengkraft der Heinsbergstudie

Die Studie des Virologen Hendrik Streeck weckte Hoffnung. So sieht es danach aus, dass 15 % der Bewohner von Gangelt sind bereits wegen einer erfolgten SARS-CoV-2 Infektion immun. Und das bei einem Anteil von 2 % SARS-CoV-2 Infizierten unter den Studienteilnehmern. Entsprechend der Ergebnisse empfahl Streek, die Maßnahmen zur SARS-CoV-Epidemie langsam wieder einzustellen.

Studie unter Druck

Streek steht unter Druck, denn grundlegende Voraussetzungen, um eine Rücknahme der Maßnahmen wurden nicht erfüllt: So sind, wie am Anfang postuliert wurde, noch keine 60 % Durchseuchung erreicht, und somit eine Herdenimmunität nicht gewährleistet. Auch sind die verwendeten Antikörpertests nicht ausreichend validiert oder unzuverlässig, wie man von renommierten und hoch angesehenen Virologen vernehmen kann. Auch wird jetzt kritisiert, dass eine PR-Firma, eigenständig und aus reiner Eigenmotivation, die Verbreitung der Studienergebnisse unterstützt hat. Es scheint ein Skandal, wenn sich Menschen zusammenschließen, um die Verbreitung politisch relevanter Inhalte vorranzutreiben.

Kritik fragwürdig

Betrachtet man den Sachverhalt aus der anderen Perspektive, dann erscheint die Kritik absurd.
– Der PCR-Test, der zur Feststellung einer SARS-CoV-Infektion angewendet wird, wurde nicht hinreichend validiert.
– Die notwendigen 60 % Durchseuchung, die für eine Herdenimmunität benötigt werden, sind ein reines Postualt. Es gibt gar keine Informationen, die dies auch nur ansatzweise Stützen würden. Ein klassischer Schuss ins blaue.
– Auch die Kritik, eine PR-Firma würde die Verbreitung der Ergebnisse unterstützen, ist absolut absurd, denn die Meinungsfreiheit ist von Grundgesetz gedeckt, und somit steht es jedem Bürger frei, seine Meinung zu äußern, und auch die Verbreitung von Informationen zu Unterstützen. Das nennt sich Demokratie.

Sprengkraft der Studie

Hierzu reicht eine einfache Überlegung. Sollten 15 % der Studienteilnehmer immun sein, und 2 % infiziert, dann stellt sich die Frage, wann sich die 13 % infiziert haben. Die Erkrankung dauert 2-4 Wochen, uns somit müssen diese Studienteilnehmer irgendwann mal eben diesen Zeitraum infiziert gewesen sein. Hier können wir 2 vereinfachte Szenarien annehmen.
(a) Ein durchgängiger Infiziertenanteil in Gangelt von konstant 2 %.
Dafür müssen 6,5 mal 2 % der Bewohner von Gangelt für zwei Wochen infiziert gewesen sein. Dies ergibt dann 13 Wochen, hätte also irgendwann zur Jahreswende 2019/2020 beginnen müssen.
(b) Ein linerarer Anstieg des Infiziertenanteils in Gangelt
Das führt zu einer Verdoppelung der Zeitspanne, also auf etwa ein halbes Jahr.
Es ist offensichtlich, dass einige Virologen die eine SARS-CoV-2 Epidemie postulierten, nicht besonders erfreut von einem Ergebnis sind, welches am ehesten durch ein Vorliegen einer COVID19-Infektion in Deutschland erklärt werden kann, welches einen Zeitraum von 3-6 Monaten voraussetzen würde.

Ausblick

Die Ergenisse der Heinsbergstudie deuten auf einen sehr langes Vorligen einer SARS-CoV-2 Infektionswelle in Gangelt hin. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, auf die Bundesrepublik als Ganzes übertragbar sein, und nicht anders erklärt werden können als ein längeres Vorhandensein von SARS-CoV-19 Viren in Deutschland, dann Handelt es sich bei der Corona-Epidemie um eine Zeitungsente epischen Ausmaßes. Es ist offensichtlich, dass Hendrick Streek vorsichtig formuliert.

Nachtrag

Herr Drosten kritisiert, dass die Ergebnisse der Studie präsentiert wurden, bevor sie peer-review Verfahren durchlaufen haben. Das ist absolut absurd! Es handelt sich um eine Studie die das Land NRW finanziert hat, und somit um eine Auftragsstudie. Somit hat als einziges das Land NRW das Recht, die Publikation der Ergebnisse zu regulieren. So lange Ministerpräsident Laschet der Meinung ist, die Publikation der Ergebnisse wäre in Ordnung, so lange ist die Publikation in Ordnung.
Ich habe als Wissenschaftler publiziert. Da gibt es Veröffentlichungen die im peer-review Verfahren sind, andere nicht. In jedem Fall kommt es im Anschluss zu einer wissenschaftlichen Diskussion.
Ich teile die Haltung, dass die Ergebnisse transparent gemacht werden müssen, trotzdem ist die Aussage Drostens maximal irreführend. Meinungsfreiheit ist vor allem in der Wissenschaft ein Kernbestandteil.

Corona-Epidemie? – Ja, aber macht der Shut-Down Sinn – und funktioniert er überhaupt?

In diesem Artikel will ich eine Publikation des Robert Koch Instituts (Hoffmann A, Noll I, Willrich N, Reuss A, Feig M, Schneider MJ, Eckmanns T, Hamouda O, Abu Sin M: Laborbasierte Surveillance SARS-CoV-2. Epid Bull 2020;15:5– 9 | DOI 10.25646/6627; Link: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/15_20.pdf;jsessionid=4AA7C2F0064897316FAEB00F487604A3.internet062?__blob) diskutieren. Dabei soll diskutiert werden werden, ob es zum Zeitpunkt des Shut Downs eine signifikante Steigerung der Infektionsraten vorlag, und ob der Stut Down eine Auswirkung auf die Inflationsraten hatte.

Bevor ich zum eigentlichen Thema kommen möchten ich, unabhängig von der wissenschaftlichen Einschätzung, dazu aufrufen, die Empfehlungen der Bundesregierung und der Landesregierungen konsequent umzusetzen. Ich will nur einen Beitrag dazu leisten, ein besseres Lagebild zu zeichnen und es so der Allgemeinheit und der Politik ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen.

Kurzzusammenfassung:
Die Entwicklung des Anteils von positiven Tests an der Gesamtanzahl (positive + negative Tests) deutet an, dass 2 mal eine Stagnation (Sättigungsfunktion) der Infektionsraten aufgetreten ist. Beobachtet wurden diese etwa am 13.03. (Hauptereignis) und am 23.03. Beachtet man die Inkubationszeit, dann ist von einer Sättigung der Infektionsrate 5-10 Tage vorher auszugehen. Dies deutet an, dass die primäre Sättigung der Infektionsraten zwischen dem 03.03 und 08.03. stattgefunden hat, und somit der anschließende Shut Down nichts mit der Stagnation der Infektionszahlen zu tun hat. Diese fingen also an zu stagnieren, wie die Publikation des Robert Koch Instituts (RKI) andeutet, lange bevor die Landesregierungen Maßnahmen ergriffen haben.
Die zweite Sättigung am 23.03. könnte wegen der räumlichen Ausbreitung des SARS-CoV-2 Virus aufgetreten sein.

RKI-Daten

Zu aller erst muss ich mich beim RKI bedanken. Die hier gezeigten Abbildungen geben einen bisher kaum zugänglichen Überblick über die COVID19-Epidemie, und auch deuten die Daten eine hohe Qualität bei der Probennahme an. Auch wenn keine statistische Probennahme erfolgte, erscheinen die Daten ausreichen gut, um sie weiter auszuwerten.
Des weiteren gibt mein Dank einem Leser, der mich auf eine mögliche Beschreibung entsprechend logistischer Funktionen hingewiesen hat, die hier unbedingt angewandt werden müssen.

Tägliche Infektionszahlen
Heute las ich wieder in einer Zeitung über einen Anstieg der Infektionszahlen. Betrachtet man Abb 1. (links), so sieht man, dass die Anzahl der Tests über die Woche schwankt. Neben der grundsätzlich zu erwartenden Schwankung, sieht man, dass in der Mitte der Woche viel getestet wird, während am Wochenende die Testzahlen regelmäßig ein Minimum erreichen. Damit sind Feststellungen zu Anfang der Woche, Infektionszahlen würden steigen, und Aussagen zum Ende der Woche, diese würden fallen, absolut unsinnig. Dahingehend freue ich mich jetzt schon auf reißerische Titel in den Medien, die Corona-Epidemie wäre nach dem Osterwochenende aufgeflammt. Lassen sie sich nicht verunsichern.

Logistische Funktion

Abb. 2 Logistische Funktion

Die logistische Funktion (oder auch S-Funktion) wird z.B. zur Beschreibung der Entwicklung von Populationen verwendet. Daher ist sie sehr gut geeignet um die Entwicklung der Infektionszahlen zu beschreiben. Anfangs gibt es einen nahezu exponentiellen Bereich, der anschließend in einem linearen und dann in einen Sättigungsbereich übergeht. Gefährlich während einer Epidemie ist offensichtlich der exponentielle Bereich, denn der kann z.B. wegen der massiv steigenden Fallzahlen zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen. Im Sättigungsbereich ist anzunehmen, dass die Anzahl der täglichen Infektionen nahezu konstant bleibt. Da anzunehmen ist, dass ein relativ konstanter Anteil an Infizierten hospitalisiert wird, und nach einer bestimmten Zeit (im Durchschnitt) entlassen wird, lässt sich in diesem Bereich die Hospitalisiertenzahl entsprechend folgender Formel abschätzen:
Hospitalisiertenzahl = Anzahl Infizierte * Hoszitalisiertenanteil * Hospitalisierungszeit (Durchschnitt).

Analyse Infiziertenanteil

Betrachtet man die Entwicklung des Infiziertenanteils, so stellt sich heraus, dass der Verlauf der positiven Tests an der Gesamtanzahl der Tests bis zum 08.03. eine exponentielle Entwicklung aufwies. Dies deutet, eine gleichmäßige Probennahme angenommen, auf ein epidemisches Verhalten hin. Dies deutet klar darauf hin, dass eine COVID19-Epidemie vorliegt. Ab dem 13.03. wurde dann eine erste Sättigung des Infiziertenanteils bei etwa 7,5 % beobachtet. Zieht man in betracht, dass die Inkubationszeit laut RKI 4-7,5 Tage beträgt (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText4), und, dass einige Tage zwischen den Symptomen und der Testung vergehen können, ist anzunehmen, dass die Infektionen 5-10 vorher stattfanden. Damit ist zu vermuten, dass die Infektionszahlen zwischen dem 03.03. und 08.03. ein erstes Plateau erreichten. Somit kam der Shut Down, der effektiv am 13.03. in Kraft trat (Freitag vor Wochenende mit anschließendem Shut Down), etwa eine Woche zu spät um irgendeine Auswirkung zu haben. Da im Anschuss auch kein Einfluss auf den Anteil der positiven Tests beobachtet wurde, scheint die Wirksamkeit dieser Maßnahme hoch zweifelhaft.
Etwa 10 Tage nach dem Shut Down kam es dann zu einem weiteren Anstieg des Anteils positiver Tests (logistische Funktion erreichte am 10.03. ein weitere Plateau bei 10 %). Auffällig ist es, dass dieser an einem Wochenende stattfand. Wie erwähnt ist die Probennahme nicht statistisch, und daher wissenschaftlich nur eingeschränkt verwertbar. Dieser Anstieg fällt mit einer Änderung der Kriterien durch das RKI, nach denen getestet werden soll, zusammen (https://www.kbv.de/html/1150_45117.php).
Einen anderen Erklärungsansatz bietet die dritte Abbildung der RKI-Publikation (Abb. 1 rechts). Die Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus scheint nicht nur eine zeitliche Komponente, sondern auch eine räumliche Komponente zu besitzen. Die südlichen und westlichen Bundesländer, die über ca. 60 % der Einwohner Deutschlands verfügen, sind stärker betroffen gewesen, was auf einen früheren Zeitpunkt der Epidemie hindeutet. Der zweite epidemische Anstieg könnte auch darauf hindeuten, dass die restlichen Bundesländer zeitlich verzögert ihren Plateauwert beim Infiziertenanteil erreichten. Dies ist aber hochgradig spekulativ, und könnte nur entsprechend der Rohdaten, die nicht zur Verfügung stehen, geklärt werden.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass kein exponentieller Anstieg des Infiziertenanteils seit dem 08.03. mehr beobachtet wird. Beachtet man die Inkubationszeit von 4-7,5 Tagen, dann erscheinen die Maßnahmen die zur Eindämmung der Infektionszahlen getroffen wurden, sowohl als zu spät, als auch vergleichsweise nutzlos.

Ausblick

Die hier besprochene Publikation des RKI zeigt, dass Daten in Deutschland erhoben werden, die zwar nicht höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen einer statistischen Probennahme gerecht werden, allerdings eine ausreichend gut Qualität besitzen, dass ein nutzbares Monitoring ermöglicht wird.
Da bereits eine erste Sättigung des Anteils von positiven Tests Mitte März 2020 beobachtet wurde, erscheint es geboten, die Social Distancing Maßnahmen schrittweise zurückzunehmen, besonders, da eine Verschlechterung der Lage relativ zeitnah über ein funktionierendes Monitoring sichtbar würde.
Insgesamt erscheinen die Maßnahmen zum Social Distancing, so wie sie getroffen wurden, sowohl zu spät, als auch wirkungslos.
Entwicklungen bei den Infektionszahlen sind wöchentlich zu betrachten. Daher sind sie auch nur in diesem Rahmen zu diskutieren. Aktuell beobachten wir schon einen Rückgang der Infektionszahlen (vgl. Worldometer). Es ist anzunehmen, dass die Todeszahlen in einem Versatz von ca. 2 Wochen den Infektionszahlen folgen, so dass ein Ende des Shutdowns in den nächsten 2-3 Wochen wahrscheinlich erscheint.

Ich wiederhole den Aufruf, den Anweisungen der Regierung zu folgen und ruhig zu bleiben. Aktuell besteht kein Grund zur Panik, und wenn wir diese vermeiden, dann werden wir auch unbeschadet durch diese Krise kommen.

RKI folgt Kritik

Ich möchte mich erst einmal bei einem Leser für die Zusendung der Informationen bedanken.

Das RKI hat, anscheinend wegen der Hinweise aus der Öffentlichkeit, nun die Vorabversion des Epidemiologischen Bulletins 15/2020 ins Internet gestellt (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/AktuelleAusgaben/aktuelleAusgaben_table.html), in dem der Anteil der positiven Tests im Vergleich zur Gesamtanzahl der Tests ausgewiesen wird. Hier wird nun nach positiven und negativen Tests aufgeschlüsselt. Es ist klar zu erkennen, dass die Anzahl an positiven Tests primär der Gesamtzahl folgt. Zwischen dem 9.3. und dem 25.3. stieg der Anteil von positiven Tests von 5 % auf 10 %. Die Horror-zahlen einer Verdoppelung der Infektionen innerhalb von 3 Tagen ist damit absolut hinfällig. Eher sieht es aus, als würde sich die Anzahl der täglichen Neuinfektionen sich, wenn überhaupt, innerhalb eines Zeitraums von 2 Wochen verdoppeln. Dies ändert natürlich die Grundannahmen komplett, womit die Modellierung entsprechend der neuen Daten angepasst werden muss.

Es ist anzumerken, dass es nach den Schulschließungen zu einer Stabilisierung des Infektionsanteils gekommen ist. Daher ist anzuraten, die aktuellen Maßnahmen bis zum Schulbeginn auszusetzen, um erste Eindrücke dazu zu gewinnen, wie sich eine Verminderung der Maßnahmen zur Einschränkung der SARS-CoV-2 Infektionen auf die Entwicklung auswirkt. Aktuell ist dies ohne Schulbetrieb möglich.

Die Zahlen zeigen, dass die Vorannahmen deutlich zu pessimistisch waren und geben Hoffnung, dass es möglich sein könnte, schrittweise wieder zur Normalsituation zurückzukehren.

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